„Auch hier ist Unrecht geschehen“
Gedenkveranstaltungen zu den Novemberpogromen des Jahres 1938 in Freren,
Von
Carsten
van
Bevern,
Lingener
Tagespost
(Text
und
Foto)

Obschon
sich
zum
73.
Jahrestag
der
sogenannten
Reichskristallnacht
gestern
Vormittag
allein
rund
200
Schüler
am
Gedenkstein
in
der
Frerener
Grulandstraße
versammelt
hatten,
war
es
bei
diesen
Worten
ungewöhnlich
still,
und
alle
hörten
interessiert
zu.
Vielleicht
lag
es
am
noch
sehr
jungen
Redner
an
diesem
Gedenktag:
Jochen
Rechtien
gedachte
der
während
der
Novemberpogrome
im
Deutschen
Reich
misshandelten,
getöteten
oder
deportierten
Juden.
Rechtin
stammt
aus
Freren,
studiert
am
Lingener
Standort
der
Hochschule
Osnabrück
Maschinenbau
–
und
der
heute
18-Jährige
hat
im
März
2011
am
Gymnasium
Leoninum
seine
Seminarfacharbeit
zum
Thema
„Juden
in
Freren
–
Die
Aufarbeitung
der
NS-Verfolgung
als
ein
gelungenes
Beispiel
lokaler
Geschichtsbewältigung“
geschrieben.
In seiner Rede stellte er exemplarisch das Schicksal einiger Frerener Juden
vor,
zum
Beispiel
das
von
Samuel
Manne,
der
im
Alter
von
knapp
vier
Jahren
im
Konzentrationslager
Auschwitz
gemeinsam
mit
seiner
66-
jährigen
Großmutter
Emma
Schwarz
ermordet
worden
war.
Bis
zu
diesem
Zeitpunkt
war
laut
Rechtien
das
Zusammenleben
der
Konfessionen
in
Freren
respektvoll:
„Die
jüdischen
Kinder
spielten
mit
den
katholischen
wie
auch
mit
den
evangelischen
Altersgenossen.
Die
Juden
gingen
normal
zu
den
Schützenfesten.
Ebenso
wurden
Christen
zu
den
jüdischen
Festen,
welche
in
der
Regel
im
eigenen
Haus
stattfanden,
eingeladen.“
Mit
Salomon
Fromm
und
Josef
Meyberg
seien
sogar
zwei
jüdische
Mitbürger
im
katholischen
Kolpingverein
in
Freren
aktiv
gewesen.

Der
18-jährige
Student
Jochen
Rechtien
(l.)
hielt
am
73.
Jahrestag
der
sogenannten
„Reichskristallnacht“
in
Freren
die
Gedenkrede
und
hält
den
Gedenkstein
für
den
mit
knapp
vier
Jahren
in
Auschwitz
ermordeten
Samuel
Manne
in
den
Händen.
Foto:
Helene
Bäumer