Die Gemeinden

EWE verlegt in Freren Glaserfaser kostenlos bis ins Haus

Verzicht auf Nachfragebündelung

 

Freren bekommt ein hochmodernes Glasfasernetz für schnelles Internet. Der Telekommunikationsanbieter EWE hat jetzt angekündigt, ein derartiges Netz auf eigene Kosten zu verlegen.

 

Damit gehöre Freren zu den ersten Kommunen überhaupt, die von einer großangelegten Aktion des Unternehmens profitiere, sagte Ralf Kuper bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus der Samtgemeinde. Der Leiter der EWE-Netzregion Cloppenburg/Emsland kündigte an, dass das Oldenburger Unternehmen innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau eines so genannten FTTH-Netzes investieren werde — davon zwischen einer und zwei Millionen Euro in Freren.

 

Freuen sich über den Ausbau mit der Stadt Freren mit Glasfaser.
von links: Leiter der Netzregion der EWE Netz Ralf Kuper, stellv. Bürgermeister Dr. Johannes Lis, Breitbandbeauftragter der Samtgemeinde Carsten Bäumer, Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz, Kommunalbetreuer der EWE Gerhard Niemann. Im Hintergrund Mitarbeiter des von der EWE beauftragten Bauunternehmens Post.  Foto: Sven Lampe

 


Ohne Kupferleitungen

Die Arbeiten an dem reinen Glasfasernetz, bei dem im Unterschied zu althergebrachten Technologien komplett auf geschwindigkeitsdrosselnde Kupferleitungen auf den letzten Metern zum jeweiligen Hausanschluss verzichtet wird, haben bereits begonnen.


Ohne Vertrag

Im Gegensatz zum Unternehmen Deutsche Glasfaser (DG), das in anderen Kommunen des südlichen Emslandes dabei ist, ein Glasfasernetz zu verlegen, verzichtet EWE nach den Worten von EWE-Kommunalbetreuer Gerd Niemann bewusst auf eine sogenannte Nachfragebündelung. DG beginnt erst dann mit dem Netzbau, wenn sich im betroffenen Gebiet mindestens 40 Prozent der potenziellen Kunden einen kostenpflichtigen Vertrag mit der DG abgeschlossen haben. EWE werde das Netz auf jeden Fall verlegen und zwar dergestalt, dass jedes der rund 1000 Grundstück in der Gemeinde Freren problemlos angeschlossen werde könne. „Und zwar kostenlos“, betont Kuper und hofft augenzwinkernd auf eine „Abschlussquote von 99 Prozent“. Die Kostenlos-Option für den technischen Anschluss als solchen gelte für all diejenigen Interessenten, die sich bis zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt im Sommer dieses Jahres bei EWE meldeten. Unabhängig davon hoffe EWE darauf, den dann angeschlossenen Haushalten Verträge für den Zugang ins Netz über das Glasfasernetz verkaufen zu können.

Weiterer Ausbau möglich

Der Ausbau in Freren soll nicht das Ende sein, betonte Kuper. Sollte es zu einem Erfolg werden, könnten auch andere Orte wie beispielsweise Thuine angeschlossen werden.


„Technisch vorne dabei“

Samtgemeinde Bürgermeister Godehard Ritz begrüßte das für die Kommune kostenlose EWE-Engagement: „Diesmal ist Freren technisch nicht mehr hinterher, sondern vorn dabei.“ Auch Frerens stellvertretender Bürgermeister Johannes Lis freute sich: „Am Ende ist es genau das, was wir brauchen.“

 

Der rot schraffierte Bereich markiert den geplanten Ausbaubereich der EWE Glasfaser:

 

 

Bericht: Sven Lampe, Lingener Tagespost