Die Gemeinden

Salzgrotte statt Kegelbahnen bei Lüns

 

Das Angebot der Lüns-Gastronomie in Freren wird in Kürze um eine rund 300 Quadratmeter große Salzgrotte erweitert. Abgebaut werden dafür im Untergeschoss des Gebäudes an der Lünsfelder Straße die seit 1979 bestehenden Kegelbahnen. Die Eröffnung der Salzgrotte ist im Herbst 2017 geplant.

 

Silvia und Martin Lüns führen in zweiter Generation den Gastronomiebetrieb Lüns in Freren. Die seit 1979 betriebenen Kegelbahnen sollen ab Anfang April 2017 jedoch abgebaut und dort eine Salzgrotte angelegt werden. Foto: Carsten van Bevern

 

Der private Besuch einer Salzgrotte im Münsterland hat Silvia Lüns, die gemeinsam mit ihrem Mann Martin in zweiter Generation den Gastronomiebetrieb inklusive angeschlossenem Spielparadies „Western Joe“ betreibt, auf die Idee zur Einrichtung einer solchen Wellness-Einrichtung gebracht. „Wir mussten etwas tun. Für die 1970 eingebauten drei Kegelbahnen gibt es kaum noch Ersatzteile und wir müssten dringend in die Technik investieren“, erklärte Martin Lüns in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Gleichzeitig geht jedoch die Nachfrage zurück.

 

Noch 22 Kegelklubs

So nutzen aktuell 22 Kegelklubs jeweils einmal im Monat eine der drei Bahnen. „Dazu noch ein paar Kindergeburtstage, das rechnet sich einfach nicht“, begründete Lüns die Entscheidung, die „natürlich nicht bei allen Mitgliedern der Kegelklubs mit Freude aufgenommen worden ist. Viele freuen sich aber auch auf das neue Angebot“. Alle Klubs sind jetzt zeitgleich von der Schließung der Kegelbahnen Ende März unterrichtet worden.

 

Umbau in den Sommermonaten

Anschließend werden die Bahnen ausgebaut und die Räume entkernt. Mithilfe des Architekturbüros Georg Kimmer in Schapen wird anschließend in den Sommermonaten der Sanitärbereich erneuert, ein eigener Eingang geschaffen und der Zugang zum Untergeschoss modernisiert. „Der Bereich soll auch, soweit wie möglich, barrierefrei werden. Eventuell wird dazu auch ein Fahrstuhl eingebaut“, präzisiert Lüns die gerade laufenden Planungen. Ein auf Salzgrotten spezialisiertes Unternehmen wird anschließend auf den rund 300 zur Verfügung stehenden Quadratmetern einen mit Salz verkleideten Intensivraum, ein Spielraum für Kinder sowie ein Ruheraum mit Liegen und Wasserbetten für rund 20 Personen einbauen.

 

Luft ist mit Salz angereichert

Die Luft wird dabei stark mit Salz angereichert, die Temperatur liegt meist zwischen 20 und 22 Grad und die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent. Die Grotte kann in Straßenkleidung, jedoch mit Plastik-Schuhüberziehern, genutzt werden. Die Inhalation des Salzes sowie weiterer Mineralien und Spurenelemente sollen der Entspannung dienen sowie bei chronischen Atemwegserkrankungen und Allergien helfen. „Eine Stunde in einer solchen Anlage ist mit einem Tag an der Nordsee vergleichbar“, erklärte Lüns.

 

Gastronomie seit 1974

Die Eröffnung ist im Herbst geplant, ein genauer Termin steht laut dem Ehepaar Lüns aber noch nicht fest. Das Haus an der Lünsfelder Straße wird dabei seit 1974 gastronomisch genutzt. Es begann mit einem Imbiss und einem Kiosk, 1979/80 wurden ein großer Festsaal und die Kegelbahnen angebaut und ab 1995 gibt es einen Partyservice. 2009 wurde die benachbarte Schulsporthalle gekauft und zum Spieleparadies „Western Joe“ ausgebaut – nach einem Brand im Jahr 2012 wurde dieser Bereich komplett neu aufgebaut und Anfang 2013 wieder eröffnet.

 

Text: Carsten van Bevern, Lingener Tagespost