Die Gemeinden

Petition für den Erhalt des Hospizes Thuine im Niedersächsischen Landtag vorgestellt

 

Eine Delegation aus Thuine und der Region hat am Mittwoch, dem 10.06.2026, die Petition zum Erhalt des Hospizes St. Veronika im Niedersächsischen Landtag in Hannover vorgestellt.

Neben den Vortragenden Karl-Heinz Gebbe, Godehard Ritz, Marina Bruns, Karola Vocke und Dr. Hermann Jansen waren auch Mitarbeitende des Hospizes, Bürgerinnen und Bürger aus Thuine sowie Ansgar Mey, Bürgermeister der Gemeinde Messingen, nach Hannover gereist.
Empfangen wurde die Gruppe vom Landtagsabgeordneten Christian Fühner, der die Delegation in das Forum des Landtages begleitete. Auch die Mitarbeitenden des Landtages sorgten mit ihrer Hilfsbereitschaft und freundlichen Unterstützung für einen angenehmen Ablauf und standen für letzte organisatorische Fragen zur Verfügung.
Zu Beginn der Sitzung erläuterte der Vorsitzende des Petitionsausschusses den Ablauf des Verfahrens. Anschließend eröffnete Karl-Heinz Gebbe die Vorstellung der Petition. Dabei entschuldigte er die verhinderten Petenten, das Ehepaar Schmidt, und griff zugleich das neue Niedersachsen-Motto „Niedersachsen. Das ist groß.“ auf, um für den ersten „Wachmacher“ zu sorgen.
Im Anschluss stellte Marina Bruns die Bedeutung des Hospizes für die Region sowie die Gründe für dessen Erhalt am Standort Thuine dar. Dabei machte sie deutlich, dass das Hospiz über viele Jahre hinweg zu einer festen Institution und einem unverzichtbaren Bestandteil eines Gesundheitsangebotes im Emsland und darüber hinaus geworden ist. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement und die Identifikation der Mitarbeitenden mit der Einrichtung, ebenso wie die enge Verwurzelung des Hospizes mit der Bevölkerung und die breite Unterstützung in der Region.
Für Aufmerksamkeit sorgte auch die Stellungnahme der anwesenden Vertreterin des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Sie machte deutlich, dass das Ministerium den Bedarf für ein Hospizes am Standort Thuine ausdrücklich sieht und die Einschätzung der Region grundsätzlich teilt. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass die Zuständigkeit für das Hospizwesen nicht beim Ministerium liege und die Handlungsmöglichkeiten daher begrenzt seien.
All diese Punkte mündeten in der entscheidenden Frage: Kann eine über Jahre gewachsene Einrichtung mit engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und starker regionaler Verwurzelung einfach an einen anderen Standort verlagert werden? Diese Frage gilt es in all ihren Facetten abzuwägen, um eine verantwortungsvolle Entscheidung im Landkreis Emsland und für das Emsland zu treffen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellten die Mitglieder des Petitionsausschusses zahlreiche Fragen zu den Hintergründen, den Auswirkungen für die Region und insbesondere für die Gemeinde Thuine sowie zu möglichen Zukunftsperspektiven für den Standort. Für die Delegation aus Thuine war dies ein deutliches Zeichen, dass das Thema auf großes Interesse stößt und intensiv geprüft wird.
Zum Abschluss der Anhörung machte der Vorsitzende des Petitionsausschusses deutlich, dass an diesem Tag noch keine Entscheidung getroffen werde. Vielmehr würden die vorgetragenen Informationen nun ausgewertet und in einer weiteren Sitzung beraten. Erst dann werde über das weitere Vorgehen entschieden. Auch diese Sitzung ist öffentlich, ein Mitspracherecht für Besucherinnen und Besucher besteht dann jedoch nicht mehr.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Thuine zeigten sich nach dem Termin vorsichtig optimistisch. Die offene Diskussion, das erkennbare Interesse der Abgeordneten und die positive Einschätzung des Bedarfs eines Hospizes am Standort Thuine wurden als wichtige Signale gewertet. Nun richtet sich der Blick auf die weitere Beratung im Petitionsausschuss und die Hoffnung, dass der breite Rückhalt aus der Region auch im weiteren Verfahren Gehör findet.

 

v.l.n.r. Karl-Heinz Gebbe, Marina Bruns, Karola Vocke, Dr. Hermann Jansen, Godehard Ritz