Einrichtung eines Heimatarchivs

 

Der im Jahr 1963 gegründete Heimatverein Freren gehörte zu den ersten Heimatvereinen in der Region. Forschung, Bildung und Erholung waren dabei die erklärten Ziele der Vereinsgründer.


1984 konnte der Heimatverein zwei Räume im restaurierten alten Pfarrhaus beziehen und 1991 erfüllte sich der Wunsch nach einem Heimathaus. Die ehemalige Kirchwallschule wurde für die nächsten Jahre Domizil des Heimatvereins. Hier fand die Bücherei mit ihren über 1.000 Büchern und Schriften sowie die Sammlung an Haushalts- und  Handwerkergerätschaften vergangener Zeiten erstmals einen Platz, der auch eine Ausstellung der gesammelten Objekte ermöglichte.


Nachdem der letzte Frerener Amtsrichter 1998 sein in den 1970er Jahren erworbenes Amtsrichterhaus an den Heimatverein vererbte, wurde die Renovierung des 1830 - 1832 erbauten Gebäudekomplexes zur Hauptaufgabe des Vereins. Im Sommer 2003 konnte der Verein sein Heimathaus an der Mühlenstraße beziehen. Für das Handwerkermuseum steht seit dieser Zeit das renovierte Nebengebäude zur Verfügung. Maschinen und Werkzeuge vergangener Zeiten, die der Verein von Frerener Handwerkern erhielt, sind dort ebenso zu besichtigen wie Haushaltsgeräte sowie Instrumente von Ärzten und Hebammen.


In seiner Mitgliederversammlung im März 2019 beschloss der Heimatverein Freren e.V. die Einrichtung eines Heimatarchivs zur Archivierung der bislang vorhandenen Archivalien sowie auch der zukünftig diesem zur Verfügung gestellten Unterlagen, wie z. B. private Nachlässe, Firmen- und Vereinsdokumente, Zeitungen, Fotos, Fest- und Jubiläumsschriften etc.
Durch den Aufbau und die Führung eines heimatkundlichen Archivs soll das Wissen um die Geschichte der Stadt und der Samtgemeinde Freren bewahrt und weitergegeben werden.


Es haben sich mehrere Personen zusammengefunden, die nun eine „Archivgruppe“ bilden. Über eine mit der LEB Emsland/Grafschaft Bentheim getroffene Kooperation erhalten die Mitglieder der Archivgruppe seit Ende 2019 Schulungen, um adäquate Grundkenntnisse der Archivarbeit zu erlernen und so eine einheitliche Arbeits- und Vorgehensweise zu gewährleisten. Als Dozent für diese Schulungen konnte der Kreisarchivar des Kreis- und Kommunalarchivs Nordhorn, Herr Christian Lonnemann, gewonnen werden. Auch hat Herr Lonnemann sich bereit erklärt, die Arbeiten zur Einrichtung des Archivs weiter beratend zu begleiten.


Mit Unterstützung der Stadt Freren sowie Förderung der VGH-Stiftung und der Emsländischen Landschaft e.V. ist es gelungen, die nötige Hard- und Software sowie die zur sachgerechten Archivierung benötigten Materialien zu erwerben, um die für die Geschichte der Stadt und Samtgemeinde Freren sowie der zugehörigen Bauernschaften bedeutsamen Quellen zu archivieren, zu digitalisieren und zukünftig insbesondere auch über das Archiv- und Informationssystem Arcinsys (Arcinsys Niedersachsen und Bremen – das Archivinformationssystem des Niedersächsischen Landesarchivs, des Staatsarchivs Bremen und weiterer niedersächsischer und bremischer Archive) interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen.


Wünschenswert ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen, insbesondere auch mit hiesigen Schulen, um gerade bei der jüngeren Generation ein Bewusstsein für die Geschichte des eigenen Ortes und der näheren Umgebung zu schaffen.


Das Büro des Heimatarchivs befindet sich im Heimathaus Freren. Zukünftig soll es dort möglich sein, Auszüge und Abschriften von Archivalien anzufordern und zu erhalten. Weiterhin sollen feste Öffnungs-/Sprechzeiten die persönliche Einsichtnahme an bestimmten Tagen ermöglichen.


Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen und Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist es der Archivgruppe derzeit leider nicht möglich, die fachlichen Schulungen weiter zu führen und die anstehenden Arbeiten in Angriff zu nehmen. Aber schon jetzt ist es möglich, sich über die Internetseite www.hvfreren.de über den Heimatverein Freren e.V. und sein Archiv zu informieren.